Altenpflege Gedichte

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Im Alter

Wie wird nun alles so stille wieder!
So war mirs oft in der Kinderzeit,
Die Bäche gehen rauschend nieder
Durch die dämmende Einsamkeit,
Kaum noch hört man einen Hirten singen,
Aus allen Dörfern, Schluchten weit
Die Abendglocken herüberklingen,
Versunken nun mit Lust und Leid
Die Täler, die noch einmal blitzen,
Nur hinter dem stillen Walde weit
Noch Abendröte an den Bergesspitzen
Wie Morgenrot der Ewigkeit.

Joseph v. Eichendorff

 

 

Was seht ihr Schwestern

Denkt Ihr, wenn ihr mich anschaut: Eine mürrische alte Frau, nicht besonders schnell, verunsichert in ihren Gewohnheiten, mit abwesenden Blick, die ständig beim Essen kleckert, die nicht antwortet, wenn Ihr sie anmeckert, weil sie wieder nicht pünktlich fertig wird. Die nicht so aussieht, als würde sie merken, was Ihr macht und ständig den Stock fallen läßt: Füttern, waschen und alles was dazu gehört.

Denkt Ihr denn so von mit, Schwestern, wenn Ihr mich seht, sagt?

Öffnet die Augen, Schwestern, schaut mich genauer an! Ich soll Euch erzählen, wer ich bin, die hier so still sitzt, die macht, was ihr möchtet und ißt und trinkt, wann es Euch paßt?

Ich bin ein zehnjähriges Kind mit einem Vater und einer Mutter, die mich lieben und meine Schwester und meinen Bruder. Ein sechzehnjähriges Mädchen, schlank und hübsch, die davon träumt, bald einem Mann zu begegnen.

Eine Braut, fast zwanzig, mein Herz schlägt heftig bei dem Gedanken an die Versprechungen, die ich gegeben und gehalten habe. Mit fünfundzwanzig, noch habe ich eigene Kleine, die mich zu Hause brauchen. Eine Frau mit dreißig, meine Kinder wachsen schnell und helfen einander.

Mit vierzig, sie sind alle erwachsen und ziehen aus. Mein Mann ist noch da und die Freude ist nicht zu Ende. Mit fünfzig kommen die Enkel und sie erfüllen unsere Tage, wieder haben wir Kinder - mein Geliebter und ich.

Dunkle Tage kommen über mich, mein Mann ist Tod. ich gehe in eine Zukunft voller Einsamkeit und Not. Die Meinen haben mit sich selbst genug zu tun, aber die Erinnerungen von Jahren und die Liebe bleiben mein. Die Natur ist grausam, wenn man alt und krumm ist, und man wirkt etwas verrückt.

nun bin ich eine alte Frau, die ihre Kräfte dahinsiechen sieht, und der Charme verschwindet.

Aber in diesem alten Körper wohnt immer noch ein junges Mädchen, ab und zu wird mein mitgenommenes herz erfüllt. Ich erinnere mich an meine Schmerzen, und ich liebe und lebe mein Leben noch einmal, das allzuschnell an mir vorbeigeflogen ist und akzeptiere kühle Fakten, daß nichts bestehen kann.

Wenn ihr Eure Augen aufmacht, Schwestern, so seht ihr nicht nur eine mürrische alte Frau. Kommt näher, seht mich.

 

 

Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln:

 

erstens durch Nachdenken -

das ist der edelste.

zweitens durch Nachahmen -

das ist der leichteste.

und drittens durch Erfahrung -

das ist der bitterste.

Konfuzius

 

 

Dieser Brief geht an den Himmel,

er ist für Dich, ob er ankommt, weiß ich nicht! Ein paar Jahre ist es schon her und mir kommt es noch immer so vor, als ob alles erst gestern geschah. Wir wollten noch so viel gemeinsam erleben, als das Schicksal Dich fort nahm von uns. Du hasstet noch so viele Träume, doch diese Träume verwehte der Wind. Du gingst viel zu jung von uns. Das Leid, das Du hast ertragen, haben wir auch jetzt erfahren. Wir sind schon eine Ewigkeit von Dir getrennt durch Land und Ozean, in unserer Welt ist viel geschehen, in den Jahren, in dem wir uns nicht mehr sahen. Und jeder, der uns kennt, glaubt, dass wir Dich vergessen haben. Nur wir alleine wissen, dass es keine andere geben kann. Stimmen in der Nacht erzählen von Dir und unser Herz hört ihnen zu. Wir schauen zum Himmel und sehen Dich, denn der hellste Stern bist Du. Ohne Dich ist so viel passiert, viel zu viel. Doch stark und ehrlich hat uns nichts berührt, wie das letzte Gefühl. Das letzte Gefühl ist immer am stärksten. Die letzte Umarmung lässt uns nicht mehr los. Das letzte Gebet erhört irgendjemand. Das letzte Gefühl ist viel zu groß. Und niemand weiß, warum gerade Du. Hat Gott vielleicht einen Fehler gemacht? Wir haben oft nach dem Warum gefragt, doch die Antwort bleibt im Dunkel der Nacht. 

Unbekannt

 

 

Helft mir!

Gelernt habe ich

der täglichen Stationsarbeit gerecht zu werden

Nicht aber dem Kranken als Menschen.

Seht meine Hilflosigkeit,

vor Schwerkranken und Sterbenden.

Hört!

wie ich Menschenwürde sage

und Persönlichkeitsachtung

und dann Opa und Du .

Aber ihr wißt schon selbst....

Hört , wie ich eure Phrasen gebrauche

in Gesprächen mit Patienten

Und seht  meine Unsicherheit vor Ihnen

und meine Tarnungsversuche hinter

burschikosem Ton

oder hinter großer Geschäftigkeit.

Ich möchte mich nie an all das gewöhnen

helft mir!

Gedanken einer Schwesternschülerin aus Psychologisches Grundwissen für Altenpflegeberufe



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